Ausblick
Nach dem Rückgang auf dem internationalen Windmarkt wird für die kommenden Jahre wieder mit einem leichten Aufschwung gerechnet. Im Jahr 2020 könnten weltweit bereits zwölf Prozent der Elektrizitätsversorgung durch Windenergie gedeckt werden. Der Weltverband der Windenergieindustrie, Global Wind Energy Council (GWEC), geht davon aus, dass durch Windenergie im Jahr 2050 sogar mehr als 34 Prozent des weltweiten Strombedarfs klimafreundlich gedeckt werden können.
Das internationale Wachstum wird in den kommenden Jahren unter anderen von energiepolitischen Rahmenbedingungen abhängen. In Ländern mit positiven Rahmenbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien werden in den nächsten Jahren zahlreiche neue Anlagen errichtet.

KGW Schweriner Maschinenbau GmbH
Herstellung eines Turmabschnitts
Zu den aktuellen Wachstumsmärkten gehören innerhalb Europas Spanien, Portugal, Großbritannien, Frankreich und Italien, außerhalb Europas die USA, China und Indien sowie Kanada. Zu den Zukunftsmärkten gehören mittel- und osteuropäische Länder, weitere asiatische Staaten, Lateinamerika, (nord)afrikanische Länder sowie der nahe und mittlere Osten.
Aufgrund der Weltwirtschaftskrise werden in zahlreichen Ländern zudem Konjunkturprogramme aufgelegt, die die Entwicklung in den Märkten weiter begünstigen. Mithilfe von Repowering können darüber hinaus ertragreiche Standorte noch effizienter genutzt werden.
In Deutschland wurde etwa 2004 damit begonnen, ältere Windenergieanlagen durch neue, leistungsstärkere und leisere Maschinen der neuesten Generation zu ersetzen. In diesem Bereich wird in Deutschland in den kommenden Jahren eine weitere deutliche Zunahme erwartet.
Aufgrund des zunehmenden transnationalen Stromhandels in Europa, Verlagerung der Erzeugungsschwerpunkte konventioneller Kraftwerke sowie des Ausbaus der erneuerbaren Energien, insbesondere der Windenergie, ist die Anpassung der Netzinfrastruktur erforderlich. Im Vordergrund stehen die Optimierungs- und Flexibilisierungsmaßnahmen im bestehenden Netz.
In Deutschland werden derzeit Maßnahmen zum Ausbau des Stromnetzes und einer verbesserten Nutzung des Stromnetzes, zum Beispiel durch Temperaturmonitoring, vorbereitet. Der Einsatz neuer Speichertechnologien, u.a. Druckluftspeicher, ein verstärktes Lastmanagement im privaten und industriellen Bereich sowie die Vernetzung dezentraler Erzeugung zu sogenannten virtuellen Kraftwerken bieten erhebliche Potenziale zur optimalen Integration der Windenergie. Mithilfe virtueller Kraftwerke können regenerative Energieerzeugungssysteme zusammengeschlossen werden, um alle Anlagen wirtschaftlich und technisch optimal zu steuern. Weiterhin bleibt aber auch der weitere Netzausbau zur vollständigen Integration der EE und zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit dringend notwendig.
Die weitere Forschung und Entwicklung in der Windkraft wird sich unter anderem darauf konzentrieren, die negativen Umweltauswirkungen (Lärm- und Lichtemissionen) zu verringern. Hierzu wurde zur Minderung der Lichtemissionen im Februar 2010 in Deutschland ein Modellversuch gestartet, der zur Befeuerung ein innovatives Radarsystem an WEA für die automatische Überwachung des Flugverkehrs nutzt.
Prinzipiell soll eine Befeuerung die Gefahr einer Kollision zwischen Flugzeugen bzw. Hubschraubern mit den Anlagen reduzieren. Diese Kennzeichnung ist in allen Ländern für Windenergieanlagen ab einer gewissen Bauhöhe vorgeschrieben. Anwohner und Autofahrer können sich jedoch vor allem in dünn besiedelten Gebieten gestört fühlen, in denen das Blinken oft die einzige nächtliche Lichtquelle darstellt und dadurch besonders auffällt. Die neuartige getestete radargesteuerte Flugkennzeichnungsanlage erkennt bspw. ein Flugzeug oder einen Hubschrauber, wodurch dann die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung nur für wenige Minuten eingeschaltet wird. Damit werden auch Windfelder mit zahlreichen Anlagen nachts unsichtbar.













