Marktentwicklung
Ein Großteil der installierten Anlagen wird derzeit zur Wärmebereitstellung genutzt. Mit dem Stand von 2010 waren weltweit rund 50.600 MW thermische Leistung in fast 80 Ländern installiert. Im Bereich der Stromerzeugung war im Jahr 2010 eine geothermische Leistung von knapp 10.700 MW in insgesamt 24 Ländern weltweit installiert. Die größte installierte Leistung befand sich in den USA, gefolgt von den Philippinen, Indonesien, Mexiko und Italien.
In Ländern mit ebenfalls hohem geothermischem Potenzial dürfte die geothermische Energienutzung bei wachsendem nationalen Energiebedarf und einer Verteuerung fossiler Energien künftig an Bedeutung gewinnen. Neben dem besonders hohen Potenzial entlang des Feuerrings um den pazifischen Ozean befindet sich auch beachtliches Potenzial auf den Inseln am mittelatlantischen Rücken (z. B. Island). Weitere Hot-Spots sind Ostafrika entlang des Großen Afrikanischen Grabenbruchs und Teile des Nahen Ostens.
In Deutschland werden Anlagen zur Nutzung von tiefer Geothermie sowohl zur Wärmegewinnung als auch zur kombinierten Strom- und Wärmeproduktion genutzt. In Unterhaching bei München z. B. ist seit 2007 ein geothermisches Heizkraftwerk mit einer thermischen Leistung von 30,4 MW und seit 2009 mit zusätzlich einer elektrischen Leistung von 3,4 MW (gemittelt) in Betrieb. Dieses Kraftwerk erzeugt Strom für rund 6.000 Haushalte und deckt den Wärmebedarf von etwa 3.000 Haushalten. Mit Stand vom Dezember 2010 waren in Deutschland 21 Projekte in Betrieb, 13 Projekte im Bau und 81 weitere Projekte in der Planungsphase.
Geothermische Anlagen produzierten in Deutschland im Jahr 2010 27,2 GWh Strom. Mit rund 5.600 GWh erzeugter thermischer Energie deckte die Geothermie 0,4 Prozent des Endenergieverbrauchs für Wärme. Der Großteil der Wärme (rund 95 Prozent) wurde über die Nutzung oberflächennaher Geothermie erzeugt. Im Bereich der oberflächennahen Geothermie war der Markt in Deutschland in 2010 rückläufig. Aufgrund gefallener Preise für fossile Energien sowie Abbruch bzw. Reduktion von Fördermitteln und Anreizprogrammen sank der Absatz von Wärmepumpen in 2010 um rund 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 51.000 Stück. Erdgekoppelte Wärmepumpen nahmen mit 24.500 verkauften Stück einen Anteil von rund 48 Prozent am gesamten Wärmepumpenabsatz ein.
Zum Jahresende 2010 beschäftigte die deutsche Geothermie-Branche rund 13.300 Arbeitnehmer.












