Marktentwicklung

Die Biogasproduktion stieg in 2009 EU-weit, angeschoben durch das EU-Ziel eines 20-prozentigen Anteils erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch sowie die Vorgaben der EU-Direktive 2008/98/EC zur Behandlung von Abfällen. Basierend auf diesen politischen Vorgaben haben viele Länder Anreizsysteme zur Erzeugung von Strom aus Biogas eingeführt (Einspeisetarife für Strom aus Biogas, grüne Zertifikate, Ausschreibungen oder Fördermittel für den Einsatz von Energiepflanzen). Die Stromgewinnung aus Biogas stieg zwischen 2008 und 2009 um etwa 18 Prozent und betrug 2009 insgesamt rund 25.170 Gigawattstunden (GWh) Die Gesamtenergiegewinnung aus Biogas stieg im selben Zeitraum etwa 4,3 Prozent auf 8.346 ktoe. Rund 52 Prozent der Anlagen erzeugten Biogas aus landwirtschaftlichen Reststoffen, während Mülldeponien und Kläranalgen 36 bzw. 12 Prozent des EU-weiten Biogases produzierten. Die größten Biogasproduzenten in Europa (in Tausend Tonnen Öleinheit, ktoe) waren im Jahr 2009 Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und die Niederlande. Eine große Wachstumsdynamik ist in Griechenland, Slowenien, Slowakei, der Tschechischen Republik und in Belgien zu beobachten.

Primärenergieerzeugung aus Biogas pro Einwohner in der EU in 2009 (toe/1.000 Einwohner)
Entwicklung der Anzahl an Biogasanlagen in Deutschland und deren gesamte installierte elektrische Leistung in Megawatt [MW]. Stand: 11/2010.

Innerhalb Europas ist Deutschland mit einem Anteil von 50,5 Prozent der größte Biogaserzeuger – sowohl hinsichtlich des Gesamtenergieertrags als auch per capita. Bis Ende 2010 waren hier allein rund 6.000 Biogasanlagen mit einer installierten Gesamtkapazität von rund 2,28 Gigawatt (GW) elektrischer Leistung in Betrieb. Diese erzeugten rund 15.000 GWh Strom und versorgten damit rund 4,3 Millionen Haushalte.

Mit dem Bau und dem Betrieb von Biogasanlagen sind positive strukturelle Entwicklungen in den ländlichen Regionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen verbunden. Im Jahr 2010 bot die deutsche Biogas-Branche ca. über 30.000 Menschen einen Arbeitsplatz. Die Branche generierte in Deutschland ein Umsatzvolumen von rund 4,7 Mrd. Euro (2009: 4,4 Mrd. Euro). Gleichzeitig stieg die Exportquote auf rund 16 Prozent (2009: 10 Prozent). Laut einer Prognose des deutschen Fachverband Biogas e.V. könnte die Exportquote der deutschen Biogas-Branche in 2011 auf 23 Prozent steigen.

In Deutschland dominieren derzeit moderne Hofanlagen (etwa 85 Prozent), in denen Landwirte im Eigenbetrieb landwirtschaftliche Produkte energetisch verwerten. Mit der Tendenz zu immer größeren und leistungsstärkeren Anlagen wuchs zudem das Interesse der Energieversorger und Energiedienstleister an Biogasprojekten. Andererseits ist ein Trend zu kleineren Gülleanlagen mit einer Leistung von bis zu 50 kW (aufgrund der vom Gesetzgeber festgelegten Vergütungsgrenze, siehe unten) bzw. bis 250 kW feststellbar.

Nachdem in Deutschland im Jahr 2006 die ersten beiden Anlagen zur Biogaseinspeisung ins Erdgasnetz in Betrieb genommen wurden, speisten im Februar 2011 bereits 46 Biogasanlagen ins Gasnetz ein. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen bis zum Jahr 2020 mehr als 1.000 solcher Anlagen aufbereitetes Biogas in das Erdgasnetz einspeisen und damit 6 Prozent des derzeitigen Erdgasverbrauchs in Deutschland substituieren. Nach einer Studie ist in Deutschland bis zum Jahr 2030 ein für die Einspeisung ins Erdgasnetz verfügbares Biogaspotenzial von 100 Terrawattstunden (TWh) pro Jahr vorstellbar. Diese Energiemenge entspricht etwa zehn Prozent des heutigen Erdgasverbrauchs in Deutschland.

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